Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Giesdorf    

Grundherrschaft:

1358 Ulrich von Münsterberg; ab 1377 Hedwigsstift Brieg; 1783: „Giesdorf, gehöret dem Stiftamte Brieg“; 1819 und 1845: Königliches Stifts-Amt Brieg.

Namen: Giesdorf , 1358 bis 16. Jahrhundert Goswinsdorf
Polnisch: nach 1945: Godzinowice
Ortsgründung: wohl im 13. Jahrhundert
Dorfform: Straßendorf mit Ausbauten an den Dorfenden
Amtsbezirk: Jätzdorf
Standesamtsbezirk: Jätzdorf
evangelische Kirche: Ohlau
katholische Kirche: Ohlau
Entfernung von Ohlau: 4,5 km
Eisenbahnstation: Giesdorf (seit 1910)
Koordinaten (Giesdorf): 50° 54’ 26,2064’’ N; 17° 16’ 9,8808’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 141,48 m, Platte 140,60 m

 

13. Jh.:
14½ Hufen, davon 4 Vorwerkshufen, 1½ Freihufen für Scholtisei, 8¾ Zinshufen für Siedler.
1743:
6 Bauern- und 6 Gärtnerstellen.
1783:
7 Bauern- und 11 andere Stellen, 93 Einwohner, „sprechen polnisch und deutsch, sind evangelisch und bauen etwas Tabak“.
1819:
1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 6 Bauergüter, 2 Freigärtner-, 6 Dreschgärtner- und 3 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 6 sonstige Feuerstellen (Haushalte); 120 Einwohner (66 männlich, 54 weiblich; 108 Lutheraner, 12 Katholiken).
1845:
1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 1 Stellmacherei, 1 Schmiede; 30 Häuser, 202 Einwohner (55 katholisch); 1000 Schafe, Tabaksbau.
1871:
31 Wohngebäude, 44 Haushaltungen, 192 Einwohner (davon 86 ortsgebürtig; 96 männlich, 96 weiblich; 119 evangelisch, 73 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 250 ha, davon Ackerland 237 ha, Wiesen 3 ha, Holzungen 2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 32,12 Mark/ha, von Wiesen 23,50 Mark/ha, von Holzungen 14,10 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 28 Wohngebäuden, 40 Haushaltungen und 201 Einwohnern (davon 89 männlich, 112 weiblich; 122 Evangelische, 79 Katholiken).
1895:
28 Wohnhäuser, 36 Haushaltungen, 180 Einwohner (davon 86 männlich, 94 weiblich; 105 evangelisch, 75 katholisch).
1905:
21 Wohnhäuser, 31 Haushaltungen, 165 Einwohner (Muttersprache: deutsch 165); Gemarkungsfläche 250,5 ha; Grundsteuer-Reinertrag 31,92 Mark/ha.
1925:
2 Wohnplätze, 28 Wohnhäuser, 38 Haushaltungen, 178 Einwohner (davon 85 männlich, 93 weiblich; 95 evangelisch, 82 katholisch); Flächengröße 1931: 251,0 ha, Grundsteuer-Reinertrag 31,95 RM/ha.
1935:
169 Einwohner.
1939:
41 Haushaltungen, 154 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Blasek, Blum, Bräuer (2), Bieniasch, Bresler, Feller (3), Fischer, Fuchs (2), Geisler, Haschke, Heinisch, Hellmann (2), Kappler, Kellner, Kierstein, Klewitz, Krüger, Meirich, Mettchen, Nokielsky, Olawsky, Quester, Reichert, Schmidt, Schnalke, Schurbert (3), Schwarz, Seeliger, Seidel, Sennwitz, Stiller, Theiner (4), Woischnik (2).

Literatur :

Hermann Quester, Erinnerungen an Giesdorf, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1962, S. 8.

Erich Quester, Drei Stammfolgen Sperlich aus dem Kreis Ohlau [Giesdorfer, Jätzdorfer und Wüstebrieser Stamm]; Archiv ostdeutscher Familienforscher III/6 (August 1965), S. 93-95.

Erich Quester, Giesdorf in alten Briefen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1966, S. 15.

Heinz Quester, Aus der Geschichte von Giesdorf Kreis Ohlau/Schlesien, Alfter 2005, 32 Seiten.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 50.