|
Forschungsgruppe
Kreis Ohlau
Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln |
|
Grundherrschaft:
bis 1149: Peter Wlast (Blasius);
1149-1206: Vinzenzstift Breslau; 1206: herzoglich; um 1400: Immediat (weitgehend
selbständig, ohne Oberherrn); seit 1742 preußische (bis 1918 königlich-preußische)
Kreisstadt (unterbrochen 1.10.1932-1.10.1933).
Residenzstadt:
1352-1358, 1441-1481, 1586-1595, 1654-1680 und 1697-1737.
|
1783: |
1 königliches Amtshaus o. Schloß, 1 Landhaus
für den jedesmaligen General, 1 Hauptwache, 1 Rathaus,1 evangelische
Pfarrkirche, 1 polnische Kirche [1822 abgevrochen], 1 evangelische Schule,
1 katholische Schloßkapelle, 1 kleine katholische (Rochus-)kirche,
1 Hospital, 1 Klingelhaus, 1 „Tabacksfabricke“, 1 Stockhaus,
1 Schießhaus; 264 Bürgerhäuser („wovon 155 in
der Stadt, 109 aber in der Vorstadt liegen“); Anzahl der Einwohner
im Jahr 1618: 1500 Einw., 1670: 1540 Einw., 1750: 1802 Einw., 1780:
2006 Einw., 1782: 2031 Einw.; „Haupt-Nahrungszweige: Bierbrauerey,
Tobacksbau und Spinnerey, Ackerbau (viel Cichorie statt des Koffees),
Gewinn von Wiesen, Künste und Handwerke, Gewinnung der Seide und
Wartung der Seidenwürmer, Handel“; 1 Apotheke, 1 Bader, 8
Bäcker, 2 Barbiere, 1 Bildhauer, 1 Brauer, 1 Büchsenmacher,
5 Büttner, 2 Corduaner, 9 Destillateurs, 1 Drechsler, 1 Färber,
13 Fischer, 19 Fleischer, 1 Gärtner, 3 Glaser, 1 Gürtler,
2 Handschuhmacher, 2 Hutmacher, 3 Korbmacher, 1 Kunstpfeifer, 1 Kupferschmied,
3 Kürschner, 13 Leinweber, 3 Maurer, 1 Mehlmüller, 1 Nadler,
2 Nagelschmiede, 1 Papiermüller, 2 Perückenmacher, 1 Pfefferküchler,
3 Posamentier, 8 Rade- und Stellmacher, 3 Riemer, 3 Rotgerber, 4 Sattler,
3 Schleifer, 2 Schlosser, 3 Schmiede, 12 Schneider, 1 Schornsteinfeger,
16 Schuster, 3 Seifensieder, 5 Seiler, 2 Steinschneider, 1 Stricker,
4 Tabakspinner, 5 Tischler, 3 Töpfer, 38 Tuchmacher, 1 Tuchwalker,
1 Uhrmacher, 2 Wachszieher, 1 Weißgerber, 1 Weingärtner,
1 Ziegelstreicher, 4 Zimmerleute sowie 10 Krämer. |
1819: |
1 lutherische Mutterkirche, 387 Feuerstellen (Haushalte);
3012 Einwohner (1364 männlich, 1648 weiblich; 2293 Lutheraner,
4 Reformierte, 683 Katholiken, 32 Juden). Hinzu kommt: Schloßbezirk
mit 1 Schloß, 2 andere Feuerstellen; 67 Einwohner (27 männlich,
40 weiblich; 39 Lutheraner, 15 Katholiken, 13 Juden). |
1845: |
1 königliches (sonst herzogliches, 1830 von der
Stadt erkauftes) Schloß mit 7 Häusern, 1 Rathaus (von 1823),
7 weitere städtische Amtsgebäude,1 evangelische Pfarrkirche
(St. Blasius), mit 2 Pfarrhäusern, 1 katholische Pfarrkirche (Ad
St. Apostolos); 1 katholische Begräbniskirche (St. Rochus); 1 evangelische
Stadtschule, 1 katholische Schule; ferner unter anderem: 1 Leichenhaus,
1 Stadthospital, 1 königliches Lazarett, 1 Stockhaus, 2 Spritzenhäuser,
1 königliches Wachthaus, 1 Reitbahn, 1 Schießhaus, 1 Apotheke,
1 Färberei, 1 Steindruckerei, 1 Stadtbrauerei, 1 Stadtbrennerei,
1 Privatbrauerei, 1 Privatbrennerei, 1 Essigsiederei, 1 Stadt-Wassermehlmühle,
1 Kalkbrennerei, 2 Stadtziegeleien, 10 Gasthäuser, 14 Speise- und
Schankwirtschaften usw.; 290 Wohnhäuser, 4706 Einwohner (3369 evangelisch,
1196 katholisch, 141 jüdisch), nicht mitgezählte 609 Militärpersonen;
220 Handwerksmeister, darunter nur noch 1 Tuchmacher, 26 Kaufleute,
30 kleinere Händler, 32 Tabakspinnereien; bedeutender Tabakbau,
geringerer Getreide- und Gartenbau; 309 Rinder, 218 Schweine und 190
Pferde. |
1871: |
9 Wohnplätze, 341 Wohngebäude, 213 Einzel-
und 1497 Familien-Haushaltungen, 7488 Einwohner (davon 3459 ortsgebürtig,
3610 männlich, 3878 weiblich; 7461 Preußen, 27 Nicht-Preußen,
4829 Evangelische, 2447 Katholiken, 1 sonstiger Christ, 211 Juden),
1642 Kinder unter 10 Jahren. Auf die Nebenwohnplätze entfallende
Wohngebäude und Einwohner: Bleiweißfabrik 1 und 12, Brett-Schneidemühle
1 und 1, Schießhauspark 1 und 6, städtische Ziegelei 1 und
13, Werthersche Ziegelei 1 und 16, Möbsche Ziegelei im Sterz 1
und 17, Knochenmühle „zum Watt“ 1 und 7, Waldwärterhaus
im Sterz 1 und 4. |
| 1885: |
| Flächeninhalt 1265 ha, davon Ackerland 740 ha, Wiesen 192 ha, Holzungen 146 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 27,42 Mark/ha, von Wiesen 37,99 Mark/ha, von Holzungen 1136 Mark/ha. 10 Wohnplätze mit 483 Wohngebäuden, 1956 Haushaltungen und 8575 Einwohnern (davon 4158 männlich, 4417 weiblich; 5580 Evangelische, 2817 Katholiken, 4 sonstige Christen, 174 Juden); 432 aktive Militärpersonen. Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Bleiweißfabrik 3 und 27, Knochenmühle zum Watt 1 und 15, König’s Ziegelei im Sterz 1 und 3, Kronig’s Ziegelei im Sterz 2 und 26, Schießhauspark 1 und 5, Stadtmühle 2 und 17, Städtische Ziegelei 2 und 14, Waldwärterhaus im Sterz 1 und 2, Werther’sche Ziegelei 2 und 13. |
1895: |
Gesamt-Flächeninhalt 1266,4 ha; 7 Wohnplätze,
449 bewohnte Wohnhäuser, 22 andere bewohnte Baulichkeiten, 259
Einzel- und 1867 Familien-Haushaltungen sowie 16 Anstalten für
gemeinsamen Aufenthalt, 9181 Einwohner (davon 4431 männlich, 4750
weiblich; 682 aktive Militärpersonen, 6095 Evangelische, 2961 Katholiken,
9 andere Christen, 116 Juden). Auf die Nebenwohnplätze entfallende
Wohngebäude und Einwohner: Königs Ziegelei im Sterz 1 und
2, Kronigs Ziegelei im Sterz 1 und 18, Rottersche (= Werthersche) Ziegelei
1 und 36, Schießhauspark 1 und 8, städtische Ziegelei 1 und
13, Waldwärterhaus im Sterz 1 und 2. |
1905: |
Gesamt-Flächeninhalt 1266,5 ha; Grundsteuer-Reinertrag
25,35 Mark/ha; 7 Wohnplätze, 535 bewohnte Wohnhäuser, 14 andere
bewohnte Baulichkeiten, 344 Einzel- und 1877 Familien-Haushaltungen,
9233 Einwohner (davon 4468 männlich, 4765 weiblich; 675 aktive
Militärpersonen, 6166 Evangelische, 2991 Katholiken, 4 andere Christen,
72 Juden); Muttersprache: deutsch 9124, polnisch 73, eine andere Sprache
6, deutsch und eine andere Sprache 30. Auf die Nebenwohnplätze
entfallende Wohngebäude und Einwohner: Abdeckerei 1 und 7, Kronigs
Ziegelei im Sterz 2 und 7, Rottersche Ziegelei 2 und 14, Schießhaus
1 und 7, Städtische Ziegelei 1 und 10, Waldwärterhaus im Sterz
1 und 5. |
| 1925: |
| 13 Wohnplätze, 775 Wohnhäuser, 2987 Haushaltungen, 11412 Einwohner (davon 5498 männlich, 5914 weiblich; 7473 evangelisch, 3568 katholisch, 53 Juden, 92 Bekenntnislose. Flächengröße 1931: 2054,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 29,32 RM/ha. |
1939: |
Stadt Ohlau: 3810 Haushaltungen, 13136 Einwohner.
– [Landkreis Ohlau: 559,75 km², 14744 Haushaltungen, 53187 Einwohner (männlich 26186, weiblich 27001, evangelisch 64,7 %, katholisch 34,3 %; tätig in Land- und Forstwirtschaft 18821, in Industrie und Handwerk 16016, in Handel und Verkehr 6550); 87 Gemeinden, 183 Wohnplätze, 76 öffentliche Volksschulen.] |
Polnische Evangelische Kirche (bis 1818): Verfilmt: Taufen 1630-1680 Film
1SLC 551844.
Kirche St. Peter und Paul: Verfilmt: Taufen 1685-1900, Trauungen 1686-1900,
Begräbnisse 1685-1900, Filme SLC 1551845 bis SLC 1551852.
Kirche St. Michael (1877 für Altlutheraner errichtet): Kirchenbücher:
nicht bekannt.
Standesamtsregister:
Standesamt I Berlin: Geburten 1874-1945, Heiraten und Sterbefälle
1877-1945 jeweils mit Lücken. – Staatsarchiv Breslau: 1874-1882.
– Standesamt Ohlau: Geburten, Heiraten und Sterbefälle 1898-1943.
- Verfilmungen: 1874-1876 Film SLC 1191725; 1874-1877 Film SLC 1191726;
S 1876-1877 Film SLC 1191727.