Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Saulwitz mit Rohrau

Grundherrschaft:

Saulwitz: vor 1362: u. a. Herzog, Quos, Manow; 1364: u. a. Hanco Jezir (Freigut), von Ponitz; 1477 Sandstift Breslau; 1783: „Saulwiz, gehöret dem Marienstifte zu Breslau“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1845: „königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Sandstift Breslau“. - Rohrau: 1362: Sophia, Witwe des Symon von Rorow, verkauft an Nicolaus Rascowicz. 1536: Leonhard von Rasselwitz, dessen Gut vom Herzog zur Strafe für Betrug eingezogen wird. 1669 besaß es Caspar von Posadowski. 1704 der Herr von Fürst. Gegenwärtig ist Herr Martin Pertke Besitzer“. 1819: von Netz, senior auf Kosemitz. 1845: Rittergutsbesitzer C. Ferdinand Schweitzer. -

Namen: Saulwitz: 1358 Suloczin, 1360 Solenczin, 1364 Sulenczin; Rohrau: 1253 Rudigerowici, 1336 Rorow, 1689 Rohrau, (seit 1936 Ortsteil von Saulwitz)
Polnisch: nach 1945: Sulecin (Saulwitz), Grodziszow (Rohrau)
Ortsgründung: Saulwitz: slawische Gründung, vor 1358 zu deutschem Recht umgesetzt. Rohrau: durch Wallonen in 13. Jahrhundert
Dorfform: Saulwitz: Straßendorf; nach Westen hin mit angerartiger Weiterung. Rohrau: Straßendorf; Form ähnlich Gutssiedlung
Amtsbezirk: Saulwitz; vor 1935 Rohrau
Standesamtsbezirk: Saulwitz, vor 1935 Rohrau
evangelische Kirche: Saulwitz: Sillmenau Kreis Breslau; Rohrau: Rohrau bis zur Kirchenwegnahme 1693; seitdem Kattern
katholische Kirche: Saulwitz zu Zottwitz; Rohrau zu Kattern
Entfernung von Ohlau: 15 km
Eisenbahnstation: Sambowitz
Koordinaten (Saulwitz): 50° 59’ N; 17° 09’ Ö

 

~1300:
Saulwitz: 12 Zinshufen.
1362:
Rohrau: Eigengut mit 6 Hufen, in Bauernhand 7¼ Hufen.
1477:
Saulwitz: 6 Bauern.
1783:
Saulwitz: 6 Bauernstellen und 8 andere Häuser, 90 Einwohner. Rohrau: 1 Vorwerk, 1 Mühle und 15 andere Häuser; 104 Einwohner, „sie bauen etwas Röte“.
1819:
Saulwitz: 1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 5 Bauergüter, 3 Freigärtner- und 3 Freihäuslerstellen, 5 sonstige Feuerstellen, insgesamt 18 Haushalte; 101 Einwohner (43 männlich, 58 weiblich; 50 Lutheraner, 51 Katholiken). Rohrau: 1 herrschaftliches Schloß, 1 Kretscham, 2 Freigärtner- und 8 Dreschgärtnerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, insgesamt 14 Haushalte; 124 Einwohner (56 männlich, 68 weiblich; 91 Lutheraner, 33 Katholiken).
1845:
Saulwitz:1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 18 Häuser, 128 Einwohner (63 evangelisch); 4 Handwerker, 1 Händler; 450 Merinoschafe, 68 Rinder. Rohrau: 1 herrschaftliches Wohnhaus und Vorwerk, 1 Windmühle, 1 Wirtshaus; 16 Häuser, 138 Einwohner (39 katholisch); 4 Handwerker; 600 Merinoschafe, 63 Rinder; Rapsbau.
1871:
Saulwitz: 19 Wohngebäude, 29 Haushaltungen, 136 Einwohner (davon 54 ortsgebürtig; 63 männlich, 73 weiblich; 88 evangelisch, 48 katholisch). Rohrau: Landgemeinde: 16 Wohngebäude, 28 Haushaltungen, 109 Einwohner (davon 38 ortsgebürtig; 48 männlich, 61 weiblich; 62 evangelisch, 47 katholisch); auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Bahnwärterhaus 1 und 2, Windmühle 1 und 3. Gutsbezirk: 2 Wohngebäude, 10 Haushaltungen, 42 Einwohner (davon 8 ortsgebürtig; 22 männlich, 20 weiblich; 18 evangelisch, 24 katholisch).
1885:
Saulwitz: Flächeninhalt 223 ha, davon Ackerland 211 ha, Holzungen 0,2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 23,11 Mark/ha, von Holzungen 5,87 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 17 Wohngebäuden, 29 Haushaltungen und 147 Einwohnern (davon 70 männlich, 77 weiblich; 84 Evangelische, 63 Katholiken). Rohrau: Landgemeinde: Flächeninhalt 16 ha, davon Ackerland 12 ha, Wiesen 0,1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 25,46 Mark/ha, von Wiesen 23,50 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 15 Wohngebäuden, 23 Haushaltungen und 101 Einwohnern (davon 51 männlich, 50 weiblich; 63 Evangelische, 38 Katholiken). Auf den Nebenwohnplatz Windmühle entfallen 1 Wohngebäude und 4 Einwohner. - Gutsbezirk: Flächeninhalt 194 ha, davon Ackerland 173 ha, Wiesen 13 ha, Holzungen 3 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 24,28 Mark/ha, von Wiesen 30,94 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 3 Wohngebäuden, 14 Haushaltungen und 47 Einwohnern (davon 19 männlich, 28 weiblich; 33 Evangelische, 14 Katholiken).
1895:
Saulwitz: 18 Wohnhäuser, 27 Haushaltungen, 163 Einwohner (davon 76 männlich, 87 weiblich; 105 evangelisch, 58 katholisch). Rohrau: Landgemeinde: 15 Wohnhäuser, 31 Haushaltungen, 130 Einwohner (davon 64 männlich, 66 weiblich; 93 evangelisch, 37 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 10 Haushaltungen, 57 Einwohner (davon 23 männlich, 34 weiblich; 41 evangelisch, 16 katholisch).
1905:
Saulwitz: 18 Wohnhäuser, 25 Haushaltungen, 142 Einwohner (Muttersprache: deutsch 142); Gemarkungsfläche 223,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 23,17 Mark/ha. Rohrau: Landgemeinde: 16 Wohnhäuser, 25 Haushaltungen, 120 Einwohner (Muttersprache: deutsch 120); Gemarkungsfläche 13,2 ha; Grundsteuer-Reinertrag 25,37 Mark/ha. Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 10 Haushaltungen, 54 Einwohner (Muttersprache: deutsch 47, polnisch 7); Gemarkungsfläche 197,2 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,33 Mark/ha.
1925:
Gesamtgemeinde Saulwitz mit Rohrau: 2 Wohnplätze, 49 Wohnhäuser, 75 Haushaltungen, 369 Einwohner (davon 179 männlich, 190 weiblich; 292 evangelisch, 77 katholisch); Flächengröße 1931: 433,7 ha, Grundsteuer-Reinertrag 23,73 RM/ha.
1935:
Gesamtgemeinde Saulwitz mit Rohrau: 391 Einwohner.
1939:
Gesamtgemeinde Saulwitz mit Rohrau: 85 Haushaltungen, 356 Einwohner.


Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Adler (2), Barus, Beige (2), Bernert, Brennig, Breuer, Buchwald, Bulka, Czolkos, Eule (3), Exner (2), Fiebig, Gärtner, Gerlach, Glatz, Griebsch (4), Hanisch, Hanke, Häuflich, Hipke, Hoch, Iciejewski, Jäschke, Jeltsch, Jendreck (2), Jahn, Jochmann, Kern (2), Kienel, Kilian, Kleinwechter, Klose, Lämmchen (2), Mattheus, Mende, Michallik, Miedzik, Mittmann, Neumann (2), Nickel (2), Nitsche, Oefler, Otto (2), Pelka, Pfeiffer (2), Rack (2), Rapp, Reimann, Rilke, Ristau, Ruschig, Sappart, Schadock, Scholz-Babisch, Sonnabend (3), Springer (3), Standke, Staroste, Taube, Tille, Tschache (4), Tschirschwitz, Utrata, Walke (2), Warkus (2), Wedehase (2), Wicher (2), Wieltsch, Wilhelm, Winkler.

Literatur:

Richard Warkus, Saulwitzer, wißt ihr’s noch? Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1978, S. 10.

R. W., Wie’s einmal war, in unserem Saulwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1978, S. 20.

Richard Warkus, Unser altes Rohrau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1979, S. 10.

Richard Warkus, Gemeinde Saulwitz mit Ortsteil Rohrau, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1980, S. 10, 7/1980, S. 9, 8/1980, S. 9, 9/1980, S. 9, 10/1980, S. 9, 11/1980, S. 9.

Gerhard Bock, Ein ehemaliges Kirchdorf [Rohrau] im Kreise Ohlau; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1982, S. 18.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 427.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 84/85, Stuttgart 2005/2006, S. 51-97. Darin: Rohrau S. 61-62.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 131 (Rohrau) und S. 137 (Saulwitz).