Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Zottwitz mit Theuderau

Grundherrschaft:

Zottwitz: 1149, 1193, 1420: Vincenzstift Breslau; Theuderau: 1665: Wilhelm Wenzel von Lilgenau; 1783: "Zottwiz, gehöret dem Stifte Vincenz zu Breslau"; "Teuderau, gehöret dem Herrn Pertke"; 1819: Zottwitz: Domainen-Amt Kottwitz; Theuderau: von Netz, sen. auf Kosemitz; 1845: Zottwitz: königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Vincenzstift Breslau; Theuderau: Franz Springer, Rittergutsbesitzer; Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau.

Namen: Zottwitz: 1149 Sobocisse, 1193 Sobotiste, 1258 Soboczicz, 1303 Sobcytz, 1358, 1394 Czobczicz, 1420 Czobeczitcz; Theuderau: 1310 Thadrowo, Thudrow
Polnisch: nach 1945: Sobocisko bzw. Teodorow
Ortsgründung: Zottwitz: vor 1149; deutsches Recht 1258. Theuderau wohl um 1300
Dorfform: Zottwitz: Angerdorf mit rechteckigem Anger; Theuderau: Gutssiedlung
Amtsbezirk: Zottwitz; Theuderau 1895/1905: Quosnitz
Standesamtsbezirk: Seiffersdorf; Theuderau 1895/1905: Quosnitz
evangelische Kirche: Marschwitz; Theuderau 1895/1905: Groß Peiskerau
katholische Kirche: Zottwitz, 1303 erstmals erwähnt
Entfernung von Ohlau: 8 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten (Zottwitz I): 50° 58’ 29,0586’’ N; 17° 10’ 39,2964’’ Ö
dgl. (Zottwitz II): 50° 57’ 31,2495’’ N; 17° 11’ 47,4740’’ Ö
dgl. (Kirchturm, Giebel): 50° 57’ 55,9281’’ N; 17° 11’ 36,2409’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 132,60 m, Platte 131,70 m
dgl. (Zottwitz II): Trig. Punkt: Pfeiler 136,04 m, Platte 135,15 m
dgl. (Kirchturm): obere Dachkante 162,89 m

 

1310:
Theuderau: 5¼ Hufen.
1349:
Zottwitz: Scholtisei (5 Freihufen, 1381 nur noch 3 Hufen).
1604:
Zottwitz: 46 Hufen, davon 12¼ Freihufen und 3 Hufen Widmut; 23 Bauern.
Zottwitz: 1 katholische Kirche, 1 Pfarr- und Schulhaus, 20 Bauernstellen, 54 andere Häuser, 435 Einwohner, „welche deutsch und polnisch reden, katholisch sind und etwas Röte bauen.“ Theuderau: 1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Windmühle, 5 Gärtnerstellen, 54 Einwohner, „welche evangelisch sind, deutsch und polnisch reden und Röte bauen.“
1819:
Zottwitz: 1 katholische Mutterkirche, 1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 17 Bauergüter, 34 Freigärtner- und 15 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 24 sonstige Feuerstellen, insgesamt 93 Haushalte; 571 Einwohner (255 männlich, 316 weiblich; 2 Lutheraner, 569 Katholiken). Theuderau: 1 Freigärtnerstelle, 4 Dreschgärtnerstellen, 1 Müllerhaus, 2 sonstige Feuerstellen, insgesamt 8 Haushalte; 59 Einwohner (28 männlich, 31 weiblich, 37 Lutheraner, 22 Katholiken).
1845:
Zottwitz: 1 katholische Pfarrkirche („Predigt polnisch jeden 3ten Sonntag“), 1 katholische Schule, 1 Freischoltisei, 1 Wirtshaus; 96 Häuser, 725 Einwohner (25 evangelisch); 8 Händler, 4 Leinweberstühle, 19 andere Handwerker; 608 Merinoschafe, 228 Rinder; Flachsbau und Bienenzucht. Theuderau: 1 Windmühle, 8 Häuser, 82 Einwohner (30 katholisch); Rapsbau.
1871:
Zottwitz: 114 Wohngebäude, 209 Haushaltungen, 902 Einwohner (davon 595 ortsgebürtig; 437 männlich, 465 weiblich; 54 evangelisch, 848 katholisch); auf die Zuckerfabrik entfallen 1 Wohngebäude und 6 Einwohner. Theuderau: Landgemeinde: 7 Wohnhäuser, 12 Haushaltungen, 55 Einwohner (davon 38 ortsgebürtig; 28 männlich, 27 weiblich; 45 evangelisch, 10 katholisch); auf die Windmühle entfallen 1 Wohnhaus und 9 Einwohner. Gutsbezirk: 3 Wohnhäuser, 12 Haushaltungen, 50 Einwohner (davon 9 ortsgebürtig; 22 männlich, 28 weiblich; 25 evangelisch, 25 katholisch).
1885:
Zottwitz: Flächeninhalt 846 ha, davon Ackerland 795 ha, Wiesen 5 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 25,85 Mark/ha, von Wiesen 21,15 Mark/ha. 2 Wohnplatz mit 118 Wohngebäuden, 237 Haushaltungen und 1027 Einwohnern (davon 460 männlich, 567 weiblich; 88 Evangelische, 939 Katholiken). Theuderau: Landgemeinde: Flächeninhalt 9 ha, davon Ackerland 9 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 26,03 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 6 Wohngebäuden, 10 Haushaltungen und 37 Einwohnern (davon 15 männlich, 22 weiblich; 26 Evangelische, 11 Katholiken). Auf die Windmühle entfallen 1 Wohnhaus und 7 Einwohner. – Gutsbezirk: Flächeninhalt 97 ha, davon Ackerland 94 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 28,59 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 3 Wohngebäuden, 11 Haushaltungen und 46 Einwohnern (davon 16 männlich, 30 weiblich; 18 Evangelische, 28 Katholiken).
1895:
Zottwitz: 112 Wohnhäuser, 226 Haushaltungen, 955 Einwohner (davon 411 männlich, 514 weiblich; 90 evangelisch, 865 katholisch); auf die Zuckerfabrik entfallen 1 Wohnhaus und 4 Einwohner. Theuderau (nur noch Gutsbezirk): 9 Wohnhäuser, 24 Haushaltungen, 103 Einwohner (48 männlich, 55 weiblich, 44 evangelisch, 59 katholisch); auf die Windmühle entfallen 1 Wohnhaus und 0 Einwohner.
1905:
Zottwitz: 122 Wohnhäuser, 236 Haushaltungen, 965 Einwohner (Muttersprache: deutsch 961, polisch 1, deutsch und eine andere Sprache 3); Gemarkungsfläche 846,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 25,75 Mark/ha. Theuderau (Gutsbezirk): 9 Wohnhäuser, 23 Haushaltungen, 98 Einwohner (Muttersprache: deutsch 98); Gemarkungsfläche 106,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 27,41 Mark/ha.
1925:
2 Wohnplätze, 127 Wohnhäuser, 249 Haushaltungen, 1042 Einwohner (davon 518 männlich, 524 weiblich; 120 evangelisch, 919 katholisch); Flächengröße 1931: 1010,8 ha, Grundsteuer-Reinertrag 25,93 RM/ha.
1935:
1039 Einwohner.
1939:
273 Haushaltungen, 1030 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Abend, Ader (2), Adolf, Baumgart, Beck, Bednorz, Beninde, Beutner, Benek, Birkner, Böhm (3), Bleil (2), Borinski, Bose, Brade, Brieseck (2), Britschock, Brockt, Christian, Dinter, Dlugosch, Eifler, Eistert, Ender (2), Faustin (4), Feige, Fenniger, Fichte, Fiebich, Franke, Franz, Frost (3), Gaflig (3),Gallwitz (2), Gavor, Gebel, Geflitter, Giewald, Gladisch, Gläsner, Glatz, Gleis (2), Grallert (4), Günther, Hampel, Hanke, Hannig, Hartmann, Heidenreich, Heinemamm, Hellmann, Hentschel, Hepprich, Hiersemann (3), Hoffmann (3), Höhn, Hoppe (2), Janek (2), Janus (4), Jarowsky, Joachim, Jurczek, Kahlert, Kalotschke (2), Karkos (2), Kautz, Kern (2), Kirsch (4), Kleinert, Klose (2), Kluge, Koch, König (4), Konietzke, Krabsch, Kuge (2), Kuhnert, Kullig (3), Kühn (2), Laske (2), Laqua, Loch (5), Lorenz, Lugan, Mansek (2), Marschallek, Michallik (6), Michalski, Miedek (3), Mitelsky, Moch (2), Morawe (3), Mrosek (2), Muschalle, Nagel, Nestroi (2), Neumann (2), Nickel, Nowak (2), Ochlich (3), Oguntke, Pantke, Pawelke, Peschke (3), Plock, Podleska, Pohl (2), Prauß (3), Reisner, Riedel (3), Rogowski, Rösner, Rossa (2), Rübekeil (2), Scheer, Schinke, Schinkel, Schneider (2), Schmalisch, Schmidt, Schölzel (8), Schönbrunn, Schönfeld, Scholz (6), Schröter, Schubert (2), Schwiebode, Seifert, Skurpel, Sonnabend, Sotta (9), Sperlich (8), Spreu (4), Staar, Teßmer, Thamm, Titze (2), Troche, Tschamke, Tschauder, Türke, Ubrig (2), Viehweger (2), Völke, Wagner (2), Wanke, Wasner (2), Wengler, Wicher, Wilke, Winkler (2), Wirrwa (2), Wittek, Zawatzky, Ziebold, Zibold.

Literatur:

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: „vicescultetus“ 1373 erwähnt S. 34.

Franz Hoffmann, Frühkindheit in Zottwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1967, S. 9 f., 11/1967, S. 5, 2/1968, S. 11, 4/1968, S. 12, 5/1968, S. 4, 6/1968, S. 13 f.., 9/1968, S. 6, 12/1968, S. 23 f., 11/1969, S. 9 f.

Erika Bellersen, Wie es einst in und um unser Heimatdorf Zottwitz aussah; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1980, S. 6.

Erika Bellersen, Rückblick auf unsere Zottwitzer Heimat; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1984, S. 6.

E. Bellersen, Funde aus der ersten Germanenzeit [in Zottwitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1987, S. 27.

Alfons Winkler, Zottwitz – Ein schlesisches Dorf und seine Bewohner im Wandel der Zeiten; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/2000, S. 46 f.; 10/2000, S.32 f.

Alfons Winkler, Ein Kindertraum ging in Erfüllung [Weihnacht in Zottwitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/2001, S. 34 f.

[Alfons Winkler, Zottwitz] Aus: Einwohnerbuch Stadt und Kreis Ohlau 1935; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/2001, S. 34-35.

Joachim Fritsch, Zottwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2002, S. 30 f.

Alfons Winkler, Eine Hasen-Treibjagd und andere Wintergeschichten aus der alten Heimat [Zottwitz und Mellenau]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2003, S. 2 f.

Kirchenbücher von Zottwitz (Taufen, Trauungen, Totenbuch – enthaltend die Namen und Daten der Gefallenen beider Weltkriege); herausgegeben nach eigenen Angaben von Norbert Ruhm, Flintbek 2005.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 148 (Theuderau) und S. 161 f. (Zottwitz).

Kirchenbücher:

Taufen 1/1872-5.12.1945, Trauungen 10.1.1858-26.12.1930, Totenbuch 1/1906-6/1946 [siehe unter Literaturverzeichnis: Kirchenbücher von Zottwitz, hrsg. nach eigenen Angaben von Norbert Ruhm].