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1615

Der Hauptmann vom
Nienoverer Fähnlein
1627 Winkelstoffel -
Der Robin Hood
des Sollings
1699 Johann Diegel und die Diegel'schen Erben
1705 Das Totenbuch des
Pfarrers
1707 Hüte dich,
Bodenfelde!
1754 Die Totenklage des
Christian Friedrich
Fuchs
1757 Das Scharmützel auf
blutiger Heide
1761 Von der ehrbaren
Jungfrau zur
wollüstigen Witwe
1768 Und leise kam der Tod
1816 Der Todesschuß
vor dem Traualtar
1832 Der musikalische
Pfarrer
1837 Mutter von Nationen -
eine Bodenfelderin in
Amerika
1856 Gegensätzliche
Brüder:
Großindustrieller,
Sozialrevolutionär, Tierarzt
1904 Jacob Freudenthals
Aufklärung
1918 Das namenlose Grauen
1947 Der todkranke General

 

 

 

Lebensbilder aus dem alten Weserbergland

von Klaus Kunze

Folge 12

1837 Mutter von Nationen - eine Bodenfelderin in Amerika

 

1837 trat Maria Christine geborene Fricke aus Bodenfelde der Methodistenkirche in Wheeling, Ohio, bei. Wir kennen den einheimischen Bodenfelder Teil ihrer für die Zeit typischen Lebens- und Familiengeschichte, den anderen hat ihr Nachkomme Jim Kettel aus Ashland, Kentucky, erforscht. Sie wurde zur Ahnfrau vieler Lebender in vielen Generationen.

Im 19. Jahrhundert wirkte die Zivilisation mächtig auf die Lebensverhältnisse Südniedersachsens ein. An der Universität Göttingen lehrten hervorragende Mediziner, und ihre Studenten trugen als spätere Ärzte das Wissen um die Bekämpfung der alten Seuchen ins Land, wie dies in älterer Zeit noch unvorstellbar war. Anfangs gab es zwar Komplikationen:

Am 3.12.1821 starb in Bodenfelde die zweijährige Hanne Wilhelmine Charlotte Ropeter an den Folgen der Impfung. Das Kind war 1821

"am 11. November von dem Landphysikus Dr. Lutz in Uslar[1] geimpft. Seit der Zeit fing es an zu kränkeln. Ob dieses Kränkeln vielleicht durch verdorbene Blattern-Materie veranlaßt wurde oder ob das Kind schon vor der Impfung sich in einem krankhaften Zustand befand, darauf ließ sich keine Auskunft erhalten."

Doch schon 12 Jahre später vermerkt das Kirchenbuch beim Tod eines jungen Tischlers an den Blattern als Besonderheit:

Er war nicht geimpft.[2]

Nach und nach wurden die gängigen Seuchen zurückgedrängt. Die demographischen Folgen blieben nicht aus. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Bodenfelde jährlich bis über 50 Kinder geboren[3]. Anders als noch im 18. Jahrhundert starben aber nur ungefähr halb so viele Menschen wie geboren wurden. Irgendwo mußten sie hin, und seit den 1830er Jahren gab es für viele Bodenfelder nur die Wahl zwischen Amerika oder dem Hungertod. Den konnte die Medizin nämlich nicht bekämpfen, obwohl er in aller Bewußtsein stand.

1834 starb das Baby Theodor Georg Christian Müller an ungesunder Nahrung[4].

Am 7.7.1831 starb der alte Schneider Johann Christoph Ropeter an Entkräftung aus Mangel an zulänglicher Nahrung[5]

An der Jahrhundertschwelle heiratete Maria Christine Fricke am 5. Oktober 1800 den Böttcher und Holzhändler Heinrich Carl Dankwerth. Sie war am 26.8.1780 geboren[6] und damit 20 Jahre alt, der Bräutigam am 22.7.1773[7] geboren. Ihm gebar sie zwischen 1801 und 1818 elf Kinder und verdient den Namen einer Mutter von Nationen, weil zahlreiche Nachkommen heute Amerika bevölkern:

1. Hanne Justine Wilhelmine *22.8.1801

2. Hanne Justine *11.3.1803, 15.8.1804

3. Hanne Charlotte Wilhelmine Christine *27.9.1804, konfirmiert 1818, 13.1.1828 Johann Christian Friedrich Ohle

4. Heinrich Ludewig *19.3.1806, 20.12.1808

5. Justine Wilhelmine *26.10.1807, 1.1.1809

6. Melesine *6.5.1809, ∞ 8.5.1831 Johann Christian Ludwig Friedrich Ohle, Berea, Cuyahoga Co., Ohio 26.5.1872

7. toter Sohn geboren 7.12.1810

8. Heinrich Carl *2.10.1812, ∞ St. Jacobs Lutheran Church, Wheeling, Ohio County, West Virginia 15.10.1837 Christina Charlotte Filmer[8]

9. Sophie Charlotte *25.3.1814. Sie kam im Oktober 1853 mit dem Schiff Albert in Baltimore (Amerika) an.

10. Justine Caroline *18.6.1816, Meigs Co., Ohio 28.8.1852, 1837 Heinrich Henke[9] [10]

11. Friederieke Christiane *3.3.1818, Wheeling, Ohio Co., West Virginia 29.11.1892, Ohio Co., West Virginia 17.12.1840 Christopher P. Stein[11]

Zwei Monate vor Geburt des elften Kindes starb der Familienvater Heinrich Dankwerth am 1. Januar 1818 am Erkältungsfieber. Mit ihm starben in jenem Januar etliche weitere Bodenfelder an den Folgen von Erkältungen. Er wurde am 4. Januar begraben und war erst 44 Jahre alt.

Wenn wir von elf geborenen Kindern vier nachweislich schon gestorbene abziehen, können wir immer noch das heulende Elend der Witwe und ihrer Kinder ermessen. Familien mit Heimatrecht in Bodenfelde wie die Dankwerths wurden notfalls notdürftig von der Gemeinde unterstützt und ernährt. Darum war das Heimatrecht in einer Gemeinde eine lebenswichtige Rückversicherung. Wie der Sollingdichter Heinrich Sohnrey ergreifend schilderte, bleib manchem jungen Brautpaar nur die Auswanderung, wenn nur einer der Brautleute aus dem gewünschten Wohnort stammte und das Heimatrecht von der Gemeinde verweigert wurde.

Trotz Not und Armut starb der Witwe keines ihrer verbliebenen sechs Kinder mehr. Als diese aber erwachsen wurden und heirateten, fand keines mehr eine ausreichende Existenzgrundlage in Bodenfelde. Ende der 1820er Jahre bahnten sich in Bodenfelde schwerwiegende Entscheidungen an. Es begann mit zarten Liebesbanden zwischen zwei Dankwerth-Schwestern und zwei Ohle-Brüdern. 1829 starben kurz nacheinander die Eltern von ursprünglich zehn Kindern der Schuhmacherfamilie Ohle:[12] Hanne Charlotte Wilhelmine Christine Dankwerth heiratete 1828 den 1800 geborenen Johann Christian Friedrich Ohle und ihre Schwester Melesine Dankwerth 1831 den 1804 geborenen Christian Ludwig Ohle. Es gab in Bodenfelde nicht genug Füße für so viele Schuhmacher, aber Schuster waren die Männer beider Familien alle.


Die Deutschen in Amerika um 1872

 

Ihre Schwiegersöhne Ohle

Als erste Familie wanderte 1833 Christian Ludwig Ohle mit seiner Frau Melusine geb. Dankwerth aus und wohnte zunächst in Wheeling, einer größeren Stadt am Ohio-Fluß, direkt an der Grenze zwischen Ohio und West-Virginia.[13] Ihre Mutter, Maria Christine Dankwerth geb. Fricke, nahmen sie mit. 1837 besuchte Maria Christine die Methodistenkirche in Wheeling.

1850 finden wir die Ohles im Zensus, der Volkszählung, in York Township, Belmont County, Ohio, einer dem Weserbergland nicht unähnlichen Landschaft. Von hier sind es nur 30 Kilometer nach Wheeling. Sehr seßhaft war man nicht und wohnte im Staat Ohio mal hier, mal da. 1860 wohnte die Familie laut Zensus in Marietta, Washington County, Ohio. Von neun Kinder sind fünf früh gestorben, die anderen Ohle-Kinder hießen

1. Emelie E. *Wheeling, Ohio Co., West Virginia 15.8.1835, Quincy, Illinois 22.4.1914, lebte 1860 in Washington Co., Ohio, 1880 in Berea and Middleburgh Twp. in Cuyahoga Co., Ohio, ∞ Washington Co., Ohio 20.2.1854  Valentin Woode [*Oppau, Kreis Frankenthal 8.12.1824, Berea, Cuyahoga Co., Ohio 8.12.1892]

2. Caroline Justina *Wheeling 13.9.1843, Columbia Twp., Lorain Co., Ohio 9.9.1816, 1860-1880 in Fearing Twp., Washington Co., Ohio, 1900 in Marietta, Washington Co., Ohio 14.2.1859 Jacob Lander [*Fearing Twp. Washington Co., OH 11.5.1835, Marietta, Washington Co., Ohio 6.8.1902]

3. William Henry *Wheeling 27.6.1846, Washington, D.C. 5.10.1909, diente im amerikanischen Bürgerkrieg am 20.11.1861 im G 77th Ohio Volunteer Inf., 1. ∞ Berea, Cuyahoga Co., Ohio 27.12.1870 Lucy A. Stroud [*New York 7.8.1840, Petoskey, Emmet Co., Michigan 31.8.1895], 2. ∞ Antrum Co., Michigan 22.5.1900 Minnie Bronson [Michigan März 1871 T.v. Marvin B. and Liza Scovell, >1930]

4. Charles Christian *Wheeling 22.10.1848, Pittsburgh, Pennsylvania 27.12.1913, 1880 Schuhmacher in Berea, Ohio, diente im amerikanischen Bürgerkrieg 1864-1865  im Co. B 39th Ohio Inf.  als Musiker, ∞ Pittsburgh 27.12.1871 Margaret Hinkel [*Pennsylvania 1852, 23.4.1922].

 

1865, das fand Jim Kettel im Mitteilungsblatt der Methodistenkirche „Der christliche Apologete“ heraus, gelangte diese Familie Ohle fast schon an denErie-See nach Berea, Cuyahoga County, Ohio. Christian Ludwig Ohle starb dort am 26.8.1884 und seine Frau Melesine geb. Dankwerth am 26.5.1872. Wer das Kleingedruckte im vorigen Absatz genau studiert und nachgerechnet hat, der bemerkte, daß zwei Söhne der Familie schon mit 15 und 16 Jahren als Soldaten der Nordstaatenarmee angenommen wurden, den Krieg aber überstanden haben.

Ihr Sohn Heinrich Carl Dankwerth

Unterdessen hatte Heinrich Carl Dankwerth, 8. Kind der Maria Christine, am 15.10.1837 in Wheeling geheiratet[14] mit Christine Charlotte Filmer aus Uslar-Sohlingen. Bald nannte man die Familie „Dankworth“, und aus dem deutschen Filmer wurde „Filmore“. Auch diese beiden waren 1833 nach Wheeling gekommen. Es ist sicher anzunehmen, daß die Auswanderer in Familienverbänden reisten und darum zunächst am selben Ort ankamen, bis sie sich mit ihren Nachkommen nach und nach über das Land verstreuten. Das Ehepaar Heinrich Carl Dankwerth ließ in Wheeling 1841-1849 sechs Kinder taufen.[15]

Ihr Schwiegersohn, der Methodistenprediger Henke aus Lauenförde

Maria Christine Dankwerth geb. Frickes 10. Kind Justine Caroline heiratete 1837 einen Mann, dessen Leben etwas interessanter ist als das des Schuhmachers: Heinrich Henke war am 8.12.1812 in Lauenförde geboren. Sein Vater Johann Conrad Henke[16] war 1801[17] Soldat im 11. kurhannoverschen Infanterieregiment gewesen. Der Sohn Heinrich Henke hingegen mochte das Militär gar nicht und zog die Auswanderung vor. 1859 schrieb er rückblickend:

Unter diesen Umständen standen mir zwe Dinge zur Wahl: entweder mich dem Militärdienst zu unterwerfen oder nach Amerika zu gehen. In diesem unbesiedelten Land verbrachte ich einige Jahre, bis ich endlich zum Militärdienst einberufen wurde. Ich wurde bald unzufrieden mit meiner Lage. Wieder gruben sich mir Gedanken aus Auswanderung so tief in die Seele, daß ich weder Mühe noch Kosten scheute, dem Militärdienst zu entgehen. Am 25. Juni 1836 gelang es mir, ich traf meine Anstalten zum Gehen und verließ mein Elternhaus am 26. um nach Amerika zu gehen. In der guten Provinz Gottes langte ich in Wheeling, Virginia, am 8. Oktober desselben Jahres an.[18]

Während die Bodenfelder, überhaupt die Sollinger, nach beständigem Urteil ihrer Seelenhirten keinerlei übertriebene Neigung zur Frömmigkeit zeigten, scheint mit dem Überqueren des Großen Teiches in vielen eine Art religiöser Erweckung oder Mutation vor sich gegangen zu sein. Jedenfalls blieben sie drüben nicht bei ihrer gewohnten lutherischen Kirche, die es durchaus auch gab, sondern schlossen sich betont frommen Sekten an, kurzum: Sie wurden sehr schnell richtige Amerikaner. Für die Dankwerths, Ohles und Henkes dieser Geschichte trifft das allesamt zu, sie wurden Methodisten.

Heinrich Henke wurde örtlicher Prediger der Methodisten-Gemeinde, die mit der Zeitung „Der christliche Apologete“ ein viel gelesenes Blatt herausgab, dank dessen wir über Lebensdaten Auswanderer Bescheid wissen. Im Buchverlag der Methodisten erschien 1859 ein Lebensrückblick Heinrich Henkes. Während wir bei seiner Schilderung seiner Jugend in Lauenförde sofort an auch bei jugendlichen Bodenfeldern damals wie noch heute beliebten Freizeitaktivitäten denken, sind die schwülstigen Formulierungen seines in Amerika neu angenommenen Denkens ein Beispiel dafür, was uns von Amerika schon damals trennte und noch heute trennt:

 

Schon in jungen Jahren verlangte mich nach geistlicher Nahrung , aber ich war ohne Kraft, und hatte niemanden, mir den Weg zu meinem Seelenfrieden zu weisen.

Seit der Herr mir das Licht seiner Gnade in mein Herz zu scheinen gab, habe ich oft an mein vergangenes Leben zurückgedacht, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich jemals in der Lehre von der Umkehr zu Gott, zum  Glauben an unseren Herrn Jesus Christus und zur Vergebung der Sünden unterwiesen worden wäre. Ich war früh überzeugt, dass die beschirmende Gnade Gottes in meinem Herzen wirkte, mich beschützte und mir die Richtung wies,, wenn der Feind meiner Seele mich zu vernichten suchte. Als ich an Lebensjahren zunahm, schritt auch meine Bosheit fort, doch der barmherzige Heiland wandte sein mitleidiges Auge nicht von mir.

In meiner Jugendzeit ging ich leidenschaftlich spielen und tanzen. Oft kam ich erst in der Morgendämmerung heim.

 

1838 hörte Henke den Methodisten-Prediger Swahlen in Wheeling predigen. Er fand bald Anhänger, die ihn zu den methodistischen Sitzungen mitnahmen. Am 24.2.1839 meldete sich Henke zunächst erneut bei der lutherischen Gemeinde in Wheeling an, aber

meine liebe Frau drängte mich, zu methodistischen Treffen zu gehen, und sagte, wir könnten dieses eine Mal gehen, und am nächsten Sonntag konnten wir wieder die evangelische Kirche besuchen. Endlich habe ich eingewilligt zu gehen.

Als ich in die Kirche kam kniete ich nieder und betete, Gott solle mich auf den rechten Weg führen. Ich fand dort aber nichts zu beanstanden und nichts um mich zu überzeugen, daß ich falsch lag. Am Nachmittag ging ich in die Klasse, und am Abend wieder zur Predigt, ohne viel Wirkung auf meinem Kopf. Am Ende der Predigt gab Bruder Swahlen eine Einladung für Büßer zum Altar des Predigers zu kommen, und unter dieser Einladung berührte der Geist Gottes machtvoll mein Herz. Durch die Gnade Gottes nahm ich die Einladung an, kniete vor dem Altar und rief den Namen Gottes. Mein Gebet wurde erhört, ein neues Lied wurde  in meinen Mund gelegt, eben zum Lobe Gottes, und ich schämte mich nicht, Methodist genannt zu werden.

Am selben Abend, 3. März 1839 trat ich in die Kirche ein. Am folgenden Montag als eines der führenden Mitglieder der lutherischen Kirche für ihre Prediger sammelte, zahlte ich ihm meine Zeichnung[19], und forderte, meinen Namen aus ihrem Kirche-Buch zu streichen.

So unverbindlich und pragmatisch der Rat seiner 1814 in Bodenfelde geborenen Frau gemeint sein mag, er könne ja jetzt zu den einen und das nächste Mal wieder zu den anderen beten gehen: Bleibend war der vielleicht unbeabsichtigte Erfolg. Wahrscheinlich hat die junge Gattin nicht mit dem unsteten Leben als Wanderprediger gerechnet, das Heinrich Henke jetzt aufnahm und bald in diesem, bald in jedem Ort predigte.[20] Jedes Jahr wechselte er den Ort. Erst 1865 ließ er sich bleibend nieder.

1840 finden wir ihn im Zensus von Ohio County, 1850 mit 4 Kindern in Louisville, Kentucky. Diesmal wird seine Schwiegermutter „Mary Dankwerth“ genannt, 73 Jahre alt und „born in Germany“. Es war ihr letztes Lebenszeichen, denn unsere „Mutter von Nationen“ starb in Pennsylvaniaburg, Ripley Co., Indiana, am 5.2.1851. Der Ort mag eine weitere Station am Wegesrand ihres Schwiegersohnes, des Methodistenpredigers, gewesen sein.

1865 setzte Henry Henke – so hieß er jetzt – sich in Falls Township in Muskingum, County, Ohio, zur Ruhe, wo er am 16.4.1886 starb. Lange vorangegangen war ihm auf diesem Weg seine Frau Justina geborene Dankwerth aus Bodenfelde, die am 28.8.1852 im Alter von erst 36 Jahren in Meigs County, Ohio, starb. Sie hinterließ fünf Kinder: 

1. Christian F. Henke *Virginia 14.6.1842, Cincinnati, Ohio 6.7.1889, Rechtsanwalt in Cincinnati.

2. William Henry Henke *Wheeling, Ohio Co., West Virginia 1844, Shiloh, Tennessee, 6.4.1862.

3. Mary Ann Henke *29.8.1846

4. John Wesley Henke *3.3.1848

5. NN Henke *um 1850-1852, Pomeroy 30.8.1852.

 

Ihr Schwiegersohn Stein

Für detailreiche Fakten-Ansammlungen zu den vielen Nachkommen unserer Titelheldin Maria Christine Dankwerth geborene Fricke aus Bodenfelde fehlen hier Raum und Anlaß. Hier begnügen wir uns, erfreut zu verzeichnen, daß Maria Christines jüngste Tochter 1840 in Ohio County den Deutschen Christopher Stein heiratete und ihm von 1840-1861 zwölf Kinder gebar.

Von bleibendem Interesse und allgemeingültigem Erkenntniswert ist der große Überblick über das Lebensschicksal einer Bodenfelderin, die aus tiefstem Elend als Witwe mit sechs Kindern diesen Kindern in die neue Welt folgt und dort zur Vorfahrin unzähliger Nachkommen wird. Diese nehmen schnell Teil an der allgemeinen Geschichte jenes Landes, als 15jährige Nordstaaten-Soldaten ebenso wie als missionarische Prediger eines Glaubens, der ihnen so in ihrer deutschen Heimat niemals in den Sinn gekommen wäre.



[1] Stadt- und Landphysikus Dr. Johann Gerhard Christian Philipp Lutz *Hannover 9.1.1781, Uslar 20.1.1844, siehe Rolf Nowak, Ortssippnbuch Uslar, Familie =U8288= m.w.N.

[2] Johann Heinrich Christian Friedrich Stunz *Bodenfelde 31.3.1804, 30.7.1833. Er hatte erst am 3.10.1830 geheiratet und war Vater eines Töchterchen von zwei Jahren.

[3] In den Kirchenbüchern stehen am Schluß jedes Jahrganges die Zahlen.

[4] Theodor Georg Christian Müller Theodor Georg Christian *29.6.1834, 9.8.1834 an angesunder Nahrung, Sohn des Eisen-Schiffers Johann Friedrich Müller und der Christine Wicke, Eltern von 10 Kindern, geboren 1820-1837.

[5] Johann Christoph Ropeter *8.10.1758, 1784 Musketier im Inf.-Rgt. von Stockhausen, 1788 Witwer, Schneider und Einwohner wie auch Musketier unter dem Inf.-Rgt. v. Stockhausen in der Comp. des Oberstleutnants Thies, 1. ∞ 18.4.1784 Ilse Margarethe Klages (*16.2.1754, 3.3.1788 Brustkrankheit), 2.¤ 6.10.1788 Hanne Rosine Elisabeth Breithaupt (*25.3.1768, 28.3.1808), 3. 4.11.1810 Hanne Sophie Pillon (*Karlshafen 15.5.1766, 1. 1790 Mese, 2. Schulze, 31.12.1840 Altersschwäche).

[6] Ihre Eltern waren der Ackermann, Schiffer und auch Schiffbauer Otto Friedrich Fricke (1747-1817), die Mutter Sophie Elisabeth geb. Beckendorf (1750-1837). Sie war das zweite von sieben Kindern

[7] Er war das 3. von sieben Kindern des Faßbinders (Böttchers) Heinrich Ludwig Dankwerth (*9.7.1730, 18.10.1788 aus Auszehrung und der roten Ruhr) und der Anna Margarethe geb. König (*28.12.1747, 19.12.1803 auf dem Weg von Holzminden nach Neuhaus im Walde erfroren).

[8] *Uslar-Sohlingen 15.5.1810, 24.6.1885 Bellaire, Belmont Co., Ohio

[9] *Lauenförde 8.12.1812 S.v. Johann Conrad H. und Hanne Louise Hasselmeier, Falls Twp., Muskingum Co., Ohio 16.4.1886

[10] Wie sich aus seinen späteren Aufzeichnungen ergibt, verließ er sein Elternhaus nach Amerika am 25.6.1836, um nicht eingezogen zu werden. Am 8.10.1836 kam er in Wheeling an.

[11] *Deutschland, Wheeling 12.11.1878

[12] Arnd Heinrich Ohle *um 1769, 30.1.1829 Schuhmacher Heinrich Ohle, Schleimfieber, 60 Jahre alt, ¤ Hanne Sophie Margrete Syrig *err. 1779, 16.5.1829 an Wassersucht 50 Jahre alt.

[13] Die andere Familie aus der Geschwisterhochzeit, der 1800 geborene Johann Christian Friedrich Ohle mit Hanne Charlotte Wilhelmine Dankwerth, bekam in Bodenfelde 1828-1835 5 Kinder und verschwindet danach aus den Kirchenbüchern, sicherlich auch nach Ohio.

[14] ¤ St. Jacobs Lutheran Church, Wheeling, Ohio Co., West Virginia 15.10.1837.

[15] 1. Amalia *10.11.1841, 2. Julia *1842, 1850 mit 8 Jahren, 3. Marion, als Kleinkind , 4. Charles Henry *3.8.1844, Christina *Mai 1849, 6. Henry *März 1849, Clarington, Ohio, 1.4.1871.

[16] *1771, Lauenförde 5.8.1838.

[17] 20.10.1801 bei seiner Heirat mit Anna Louise Hasselmeyer (*Lauenförde 28.12.1782). Aus der Ehe gingen 1802-1820 sechs Kinder hervor.

[18] " ...Under these circumstances two important objects were impressed upon my mind; either devote myself to military service, or to go to America.  In this unsettled state I spent several years, till finally I was received into the military service.  I soon became dissatisfied with my situation, and then thoughts of emigrating to America were again so strongly impressed upon my mind that I spared neither pains nor money to gain my release from military service.  When, on the 25th of June, 1836, I succeeded in obtaining it, I immediately made my arrangements to go;  and on the 26th of the same month I left my parental home to come to America.  In the good providence of God I arrived at Wheeling, Virginia on the 8th of October in the same year.  Here I lived partly contented, and had not the opportunities to follow my inclination to sin...", entnommen: Adam MILLER, Experience of German Methodist Preachers, Cincinnati 1859, 318 ff., 319.

[19] Original: I paid him my subscription.

[20] Jim Kettel hat im United Methodist Archives Center an der Ohio Wesleyan University in Delaware, Ohio, herausgefunden: 1851 Pomery.  1852 Birmingham.  1853 & 54 Cincinnati, Everett St.  1855 Newport.  1856 & 57 Captina, Ohio Germ Miss Dist.  1858 & 59 Baresville (?Hannibal).  1860 & 61 Pomeroy, Ohio Germ Dist.  1862 & 63 Wheeling, Ohio Germ Dist. -